Baumsachverständigen-Büro
Baumsachverständiger Ingo Kessler Leidenschaft für Bäume
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03/2021 Der Frühling kommt: Unsere Fürsorge ist gefragt.

03/2021

Der Frühling kommt: Unsere Fürsorge ist gefragt.
Krokus im Frühling
© Foto: KRiemer / pixabay

So langsam werden die kalten Tage weniger und die ersten Boten des Frühlings, wie z.B. kleine Krokusse oder Osterglocken, kündigen sich an. Ebenso „erwachen" auch unsere Bäume und ihr gesamtes Umfeld. Neben all der Freude, die das bereitet, heißt dies aber auch, dass nun unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge wieder vermehrt notwendig sind.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Pflanzenstärkungsmittel zur Reduzierung von Blattpilzen und Schädlings-Fraß auszubringen.

Die Monate März und April sind zudem die idealen Monate für eine zusätzliche Nährstoffgabe in Form von Dünger. Vorher ist jedoch unbedingt zu empfehlen, durch einen Fachmann eine Bodenprobe entnehmen und analysieren zu lassen, da eine falsche Düngung, die nicht auf die Verhältnisse des bereits vorhandenen Nährstoffhaushaltes abgestimmt ist, sogar kontraproduktiv wirken und den Pflanzen mehr schaden als nützen kann.

Geben wir zum Beispiel einem Baum, der mit dem Verschluss von Wunden in der Krone oder im Wurzelbereich beschäftigt ist, viel Stickstoff, in der Hoffnung, damit sein Wachstum deutlich anzuregen, so wird sich dieser Baum unnötig verausgaben und es wird dadurch seine Gesamtvitalität geschwächt. Das wäre vergleichbar mit einem Menschen mit Bluthochdruck, der nach einer schlechten Nacht morgens mit drei Tassen Kaffee, drei Gläsern Cola und einer Aufputschtablette versucht, fit zu werden. So etwas endet früher oder später im Krankenhaus - und ähnlich geht es auch unseren Bäumen. Deshalb gilt: keine Düngung ohne Bodenanalyse!

Für nahezu alle Gehölze gilt: mit dem Austrieb kommen auch die Pathogene, das heißt also die Pilze, die Schädlinge und auch die Bakterien.

Bei Koniferen ist nun verstärkt auf Nadelpilze zu achten, die es wirtsspezifisch und in großer Anzahl gibt. Deshalb ist es wichtig, die Nadeln des neuen Austriebes zu beobachten, egal ob es sich dabei um Eiben, Mammutbäume, Tannen oder Fichten handelt. Beispielsweise sind braune oder schwarze Flecken auf den Nadeln immer ein Alarmsignal und ein Grund für eine eingehende Untersuchung durch Fachpersonal.

Das Gleiche trifft auf Schädlinge zu. Mit den frischen Austrieben kommen blattsaugende Insekten, bei denen nicht vorschnell die chemische Keule geschwungen werden darf. Zum einen können sich durch den Gebrauch zu starker Mittel Resistenzen entwickeln, die weitere Alternativen unmöglich machen, und zum anderen müssen wir auch ein verstärktes Augenmerk auf unsere Nützlinge legen. Auch hier lohnt sich dringend eine Abklärung durch Fachpersonal.

Bezüglich holzzersetzender Pilze müssen vor allem Besitzer von Laubbäumen ab Anfang April einen genaueren Blick auf ihre Bäume werfen. Der hauptsächlich bei Ahornbäumen aller Art auftretende „Schuppige Porling“ bildet ab April seine meist deutlich sichtbaren Pilzfruchtkörper aus.

Wer ein Insektenhotel besitzt, oder sich eines zulegen möchte, muss sich nun sputen. Jetzt ist perfekte Zeitpunkt zum Aufstellen oder Aufhängen von Insektenhotels. Denn die Wildbiene fliegt bereits deutlich vor der kultivierten Honigbiene - und das schon bei noch relativ kalten Temperaturen.