Baumsachverständigen-Büro
Zugversuch – Inklinomethode
© Ingo Kessler

Zugversuch – Inklinomethode

Ist die Standsicherheit eines Baumes durch ein akutes Ereignis in Frage gestellt – wie beispielsweise Wurzelabrisse nach Grabungsarbeiten – ist eine Zugversuch-Messung die einzig zielführende Methode, um so zeitnah wie möglich Gewissheit über die Standsicherheit des Baumes zu erlangen.

Hierfür werden einen Stammschutz sowie ein geeignetes Zugseil in der Krone des zu überprüfenden Baumes verankert und das Zugseil im Anschluss mit einem geeigneten Ankerpunkt am Boden verbunden.

Dies kann ein künstlicher Ankerpunkt sein oder auch der Stammfuß eines Baumes, wenn dieser ausreichende Ausmaße aufweist.

An dem Zugseil wird ein Kraftmessgerät (Forcemeter) angebracht und am Stamm mehrere Neigungssensoren (Inklinometer).

Dann wird bis zu einer vordefinierten Grenze eine auf den jeweiligen Baum und seine Ausmaße angepasste Zuglast auf das Seil gebracht und stufenweise erhöht. Diese Zuglast muss so gering ausfallen, dass am Baum kein Schaden entsteht, aber dennoch die auf die Krone wirkende Last eines starken Windes ausreichend simuliert wird.

Bei der dann stattfindenden Erfassung der Messdaten wird sowohl die auf die Krone wirkende, simulierte Windlast erfasst, als auch Kraft in das Verhältnis von Biegung und Neigung des Stammes. Eine Biegung innerhalb des Holzkörpers ist dabei von Vorteil, eine Neigung des Baumes im gesamten von Nachteil.

Auf Grundlage der Messergebnisse und unter Berücksichtigung vieler weiterer Faktoren (wie z.B. Baumhöhe, Kronenbreite, die Windlast am Standort und schützende Faktoren wie benachbarte Bäume oder Gebäude) kann dann beurteilt werden, ob der Baum erhalten werden kann und welche Maßnahmen zur Wahrung oder Wiederherstellung der Standsicherheit angezeigt sind.